Prime Select AG - Befürchtungen werden wahr

18.06.2012 |

Zweifler sehen sich bestätigt: Das Amtsgericht München verfügte über das Vermögen der Prime Select AG das vorläufige Insolvenzverfahren (Az.: 1504 IN 798/12). Ein vorläufiger Insolvenzverwalter soll u.a. verhindern, dass neue Verbindlichkeiten eingegangen werden und das Vermögen weiter vermindert wird.  Das ist eindeutig eine Katastrophennachricht für alle Anleger, die der Prime Select AG ihr Geld anvertraut haben.
Das Konzept der Prime Select AG war unserer Einschätzung nach von Anfang an fragwürdig. Wirtschaftlich lief es darauf hinaus, dass die Anleger bestehende Lebensversicherungen kündigten und der Prime Select AG das ausgelöste Geld als Kredit gaben. Die Geschäftsführung verwaltete das anvertraute  Geld ähnlich wie in einem sog. „blind pool“:
Das Geld wurde nach nahezu freiem Ermessen von der Geschäftsführung investiert. Gelockt wurden die Anleger mit schönfärberischen Beispielrechnungen, in denen sich das Kapital innerhalb von zehn Jahren auf wundersame Weise verdoppelte.
Wir können nicht glauben, dass die Vermittler den Anlegern mit der nötigen Eindringlichkeit erklärt haben, was auf sie zukommt. Es ergibt nicht viel Sinn, seine Lebensversicherung zu kündigen, den Erlös zu verleihen und darauf zu hoffen, dass die Geschäftsführung schon das Richtige tun werde. Bei nüchterner Betrachtungsweise ist das Konzept aus unserer Einschätzung nach allein dafür gut, Geld aus konservativen Anlagen in höchst spekulative zu überführen und dabei Provisionen zu verdienen. Aus unserer Sicht hätte die Anlage nur extrem risikofreudigen Anlegern empfohlen werden dürfen – wenn überhaupt. Denn Vorstand Florian Gleich war bereits Jahre zuvor im Zusammenhang mit der mittlerweile insolventen Akzenta AG als Landesdirektor für Österreich in Erscheinung getreten. Deren Verantwortliche sind vom Landgericht München zu Haftstrafen verurteilt worden. Das Gericht war zu dem Schluss gekommen, dass die Akzenta AG ein reines Schneeballsystem aufgebaut hatte.
Der Insolvenzverwalter wird nicht viel für die Anleger tun können. Denn die Kredite waren sog. Nachrangdarlehen – das bedeutet, Banken und Lieferanten werden zuerst bedient. Die Anleger kommen zuletzt. Auch das dürfte den Anlegern meist nicht bewusst gewesen sein.
Wenn die Vermittler die genannten Risiken nicht erklärt haben, müssen sie unserer Auffassung nach Schadensersatz leisten. Auch eine Haftung der Vorstände und Hintermänner könnte in Betracht kommen.

RÜCKFRAGEN? Dann wenden Sie sich unter 030-50508770 vertrauensvoll an uns.

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